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Seit langem ist der vielfache Nutzen bekannt, den der Anwender nach
einer creatine-Supplementierung erwarten kann: eine bessere
Leistungsfähigkeit im Sport, mehr Vitalität und Schaffenskraft im
Alltag und eine schnellere Erholung nach Krankheiten. Spätestens seit
dem Gewinn der olympischen Goldmedaille des Sprinters Linford Christie
im Jahr 1992 wird der Einsatz von creatine-Supplementen in der
Wissenschaft intensiv diskutiert und untersucht.
1. Biochemische Grundlagen
Creatine, chemisch: a-Methylguanidoessigsäure ist eine natürlich
vorkommende körpereigene Substanz, die entscheidend am
Energiestoffwechsel des ganzen Körpers beteiligt ist und ebenso
unentbehrlich für die menschliche Existenz ist wie Proteine, Vitamine
und Mineralien. Entdeckt wurde die Muskelsubstanz bereits im Jahre
1832 als Bestandteil der Fleischbrühe. Justus von Liebig konnte den
Energieträger im Jahre 1847 im Gewebe unterschiedlicher Säugetiere
nachweisen.
Der Name creatine leitet sich vom griechischen Wort für Fleisch
(kreas) ab und wird aus den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin
in der Leber und zum Teil in der Niere gebildet oder gelangt über die
Nahrung, vor allem durch den Verzehr von Fleisch und Fisch, in den
Organismus.
Der menschliche Körper einer erwachsenen Person von 70 kg kann 100 bis
120 Gramm dieser Energieform in Herz, Gehirn und Skelettmuskeln
einlagern. Bei gemischter Kost ohne creatine-Supplementation wird
durchschnittlich ein Gramm creatine pro Tag aufgenommen. Der Organismus
setzt täglich im Durchschnitt zwei Gramm creatine um, das er durch
Ausscheidung des Abbauproduktes Creatinin verliert. Im Muskel
verbindet sich das creatine mit Hilfe des Enzyms Creatinkinase durch
Transphosphorylierung zur energiereichen Verbindung
Creatinphosphat. Bei dieser von der Kreatinkinase katalysierten
Reaktion geht ATP in ADP über.
Diese chemische Energiequelle speist den gesamten menschlichen
Körper. Skelett- und Muskelapparat sowie Zellmilieu und innere Organe
benötigen für Aufbau, Aufrechterhaltung und Funktionsfähigkeit eine
kontinuierliche Versorgung mit Creatinphosphat. Forschungsergebnisse
schreiben der Substanz hervorragende Eigenschaften als Energiepuffer
und insbesondere als Energiekatalysator zu.
2. Funktion und Wirkung von Creatinphosphat
Der menschliche Körper wandelt die Nahrung durch eine Vielzahl
chemischer Prozesse unter anderem in Adenosintriphosphat (ATP)
um. Wenn der Muskel viel Creatinphosphat besitzt, kann er eine gute
Leistung erbringen. Grund: ATP ist der universelle Kraftstoff für den
Muskel, den alle Lebewesen als Energieherd benötigen.
Durch die Einnahme von creatine verfügt der Muskel über zusätzliche
Energie, was sich unterschiedlich auswirkt. In Artikeln von Melchior
(1996) und Brönnimann (1998), die beide in der Sportzeitschrift
"Leistungssport" erschienen sind, wird creatine ein sehr breites
Wirkungsspektrum zugesprochen, das in erster Linie und aus sportlicher
Sicht Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft meint. Auch Paul Greenhaff vom
Ernährungswissenschaftlichen Komitee der Britischen Olympischen
Vereinigung siedelt die positive Wirkungskraft des creatine für alle
körpereigenen biologischen Prozesse mit hohem Energieverbrauch hoch
an.
Neuere Forschungsergebnisse gelangen zur Einschätzung, dass neben
Athleten und Spitzensportlern auch Personen, die in Beruf und im
Alltagsleben einen hohen Leistungsdruck auszuhalten haben, mit creatine
ihr Wohlbefinden steigern können. Auch Studien, die sich mit den
masse- und kraftbildenden Eigenschaften des creatine beschäftigen,
weisen in dieselbe Richtung: Mehr Vitalität und kürzere
Rekonvaleszenz-Zeiten. Gerade im Stadium der Genesung kann die
Revitalisierung der Muskelkraft angekurbelt werden. creatine wird zudem
zur Stärkung der Immunabwehr eingesetzt. Viele Personen außerhalb des
Hochleistungssportbetriebs, die creatine einnehmen, wissen von
positiven Effekten auf die Leistung des Gehirns und des Gedächtnisses
zu berichten und verweisen auf eine erhöhte Stresstoleranz seit sie
sich mit creatine supplementieren. Viele Probanden können sich besser
erholen und benötigen weniger Schlaf.
Ferner existieren Befunde über die erfolgreiche Anwendung von creatine
zur Steigerung der Stabilität von Knochen- und
Knorpelmasse. Versuchsreihen veranschaulichen, dass Knochen und
Knorpel positiv auf die Einnahme von creatine ansprechen. Mit Blick auf
Knochenbrüche, auf den Rückgang der Knochensubstanz oder auch auf
deren Spätfolgen, die Osteoporose, ist creatine ein wichtiger
Stabilisator, der Heilungsprozesse ankurbeln und den Krankheitsverlauf
der an Dichte verlierenden Knochenmasse hemmen kann.
3. Dosierung, Dauer und Darreichungsform der creatine-Supplementation
Unterschiedliche Rezepte kursieren in Bezug auf die
Darreichungsform. Der Kunde hat die Wahl zwischen Pulver, Kapseln und
dem speziellen Flüssigserum. Einigkeit herrscht darüber, dass die
Einnahme von creatine in sogenannten Kuren erfolgen soll. Eine Kur
besteht aus einer einwöchigen Aufladephase und einer vier- bis
sechswöchigen Erhaltungsphase, auf die eine mindestens zweimonatige
Ruhepause folgen sollte, um die creatine-Eigenproduktion im Körper
nicht auszuhebeln. Am Tiermodell konnte gezeigt werden, dass durch
chronische Fütterung sehr hoher Dosen von creatine die Eigensynthese
von creatine im Körper herabgesetzt werden kann.
In der Praxis scheint sich die Pulverform etabliert zu haben. Trotzdem
ebben spezielle Kundenwünsche nach einer geeigneteren Form, bei der
creatine schneller ins Blut gelangt, nicht ab. Die veränderten
Bedürfnisse der Kunden vor Augen wurde größte Sorgfalt auf die
Entwicklung eines Flüssig-Serums gelegt, das in kleineren
effizienteren Mengen eingenommen zu stattlichen Leistungszuwächsen
führt. Weiterer Vorteil: Die geringe Menge schont den
Verdauungsprozess, sodass mehr Energie für den Muskelaufbau im Körper
bleibt.
Die üblicherweise zur Supplementierung eingesetzte Dosis an
creatine-Monohydrat (CrH2O) beträgt 20 Gramm pro Tag. Diese werden in
vier Portionen zu 5 Gramm oral eingenommen, da der Muskel nicht so
viel creatine auf einmal resorbieren kann. Die Dauer der Anwendung
liegt bei fünf bis sechs Tagen (Aufladephase). Dieses
Applikationsschema basiert auf den Untersuchungsergebnissen von Harris
(1992) und Hultman.
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